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Rückblick auf das vds-Landesreferententreffen Geistige Entwicklung 2016

Entwicklung der Schülerschaft

In fast allen Bundesländern stieg die Anzahl der Schülerinnen und Schüler mit Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung überproportional stark zur Einwohnerzahl an. Von 1990 bis 2015 stieg die Förderrate von 0,6% auf 1,1% der gesamten Schülerschaft. In Thüringen sind es sogar 1,8% (2013). Die Gründe können nur ansatzweise erhellt werden. Sowohl aus der Studie von E. Grüning (Heilpädagogische Forschung Band 40, Heft 3, 2014) als auch aus einer Erhebung aus Bayern von Dworschak (2012) wird deutlich, dass die Anzahl der Familien mit Kindern mit Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung mit einem niedrigen sozialen Status signifikant höher ist als bei Familien mit Kindern ohne Förderbedarf (in Schleswig-Holstein liegt der Anteil an der Gesamtschülerschaft mit Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung laut der Studie von Grüning bei ca. 70%, in Bayern laut Dworschak et al., 2012 bei ca. 40 %). Erfahrungswerte in Thüringen zeigen, dass dies hier ebenso zutrifft. Als Konsequenz aus den Ergebnissen der Studie wird u.a. festgehalten, dass sich Elternarbeit insgesamt mehr am sozialen Status der Familie ausrichten muss als es vermutlich vielerorts bisher der Fall ist.

Inklusion

Inklusive Maßnahmen, in denen einzelne Schülerinnen und Schüler mit Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung beschult werden, stellen oft eine besondere Herausforderung für alle Beteiligten dar. Besonders die Schülerinnen und Schüler mit diesem Förderbedarf werden durch ungeeignete Rahmenbedingungen schwer belastet. Nicht selten münden sie in einer Rückführung der Schülerin/ des Schülers in eine Schulen bzw. ein Förderzentren mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung. Dies Phänomen wird in mehreren Bundesländern und bei uns beobachtet.

Inklusion kann unter entsprechenden Voraussetzungen gelingen:
Positionspapier der GE-Referenten zur „Inklusiven Bildung für Menschen mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung“

  • Die Chance auf Bildung in/ mit der eigenen Peergroup ist vorrangig für jegliche
    Bildungsprozesse anzusehen. Zur positiven Weiterentwicklung des Selbstkonzepts beinhaltet inklusive Bildung für Menschen mit FSGE die Chance zu sozialen Kontakten untereinander. Eine sogenannte wohnortnahe inklusive Beschulung ist demzufolge als nachrangig zu betrachten.
  • Menschen mit FSGE müssen an allen Bildungsorten gleichberechtigte Chancen auf echte Beteiligung erfahren. Dazu müssen die Beteiligungsprozesse sowohl auf Gruppen- als auch auf Institutionsebene ritualisiert sein.
  • Die Vermittlung von fachrichtungsspezifischen Bildungsinhalten ist für eine umfassende Bildung von Menschen mit FSGE an allen Bildungsorten unabdingbar.
  • Für Schülerinnen und Schüler in einer inklusiven Schule gibt es Personal, das fachrichtungsspezifisch angemessen qualifiziert ist, über permanente Fortbildung verfügt und im ausreichenden Maße über interne und externe Formen der Beratung zurückgreifen kann
  • Inklusive Bildung für Menschen mit FSGE im Rahmen von allen Schularten ist qualifiziert begleitet durch ein zuständiges Beratungs-/ Kompetenzzentrum (z.B. Förderzentrum oder auch Zentren für unterstützte Pädagogik etc.) welches die unabdingbare fachrichtungsspezifische Unterstützungs- und Vernetzungsarbeit leistet
  • Die Tätigkeit der Lehrkräfte an den Schulen wird unterstützt durch weitere an der Schule angegliederte (Schulbegleiter usw.) und extern arbeitende Menschen unterschiedlicher Profession. Eine Koordination erfolgt im Sinne eines Case-Managements
  • Schulen tauschen sich im Rahmen regionaler Netzwerke im Sinne eines Kompetenztransfers untereinander aus.
  • Im Rahmen inklusiver Bildung werden bedarfsorientierte spezielle Angebote für Menschen mit FSGE vorgehalten.
  • Für inklusive Bildungssituationen verfügt die jeweilige Schule über eine umfassende sächliche Ausstattung.
  • Inklusive Bildung für Menschen mit FSGE bedarf diverser zusätzlicher Räumlichkeiten zum einen zur Differenzierung und zum anderen für basale Lernangebote oder auch unterrichtsimmanente Förder- und Therapieangebote.
  • In den Lehrplänen aller Schularten sind sowohl in allen Fachbereichen entsprechende basale Angebote als auch die Entwicklungsbereiche differenziert verankert.
  • Unterricht im Rahmen inklusiver Bildung ist subjektzentriert und stellt den Auf- und Ausbau eines positiven Selbstkonzepts in den Mittelpunkt
  • Kompetenzorientierte Förderung basiert grundsätzlich auf fachrichtungsspezifisch fundierter lernprozessbegleitender Diagnostik
  • Ein inklusives Bildungsangebot für Menschen mit FSGE beinhaltet, dass alle Übergänge von der einen Einrichtung in die nächstfolgende angemessen organisiert und begleitet werden.
  • Für inklusive Bildungsangebote sind notwendige Unterstützerkreise mit unterschiedlichen Aufgaben bereitgestellt bzw. organisiert
  • Die notwendigen Ressourcen für Veränderungen hin zu mehr inklusiver Bildung müssen zur Verfügung stehen.

Weitere Schwerpunkte der Referentenberatungen 2015/2016

Die folgenden Themen werden nur kurz umrissen, zeigen aber, welche aktuellen Herausforderungen die Schulen GE bewegen.

In mehreren Bundesländern und in Thüringen kommt es zunehmend zu personellen Engpässen bei der Versorgung mit Sonderschullehrkräften. Dies ist bei den eher steigenden Aufgaben wie der Inklusion nicht hinnehmbar.

Vielerorts werden Formen von Kooperation als Möglichkeit zur inklusiven Bildung von Menschen mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung angedacht bzw. umgesetzt.
Nach einer Phase der „lupenreinen Inklusion“ könnte das auch bei uns schon erfolgreich ausprobierte Modell von Kooperationsklassen in Grund- und Regelschulen neu bedacht werden.

Überlegungen und Demonstrationen zu Standards und Indikatoren für den Einsatz von Tablets bewiesen, wie diese Medienart den Unterricht bereichern kann und die Schüler unserer Schulart hochmotiviert sind. Die Programme und die Handhabung von“ iPads“ (Apple) erweisen sich dabei als didaktischer Vorteil. Zu erwähnen ist jedoch, dass in Deutschland die Einsicht der Schulträger, Tablets als „normales“ Lehrmittel anzuschaffen, gering entwickelt ist.

Vermehrt wird von anderen Bundesländern berichtet, dass Schüler mit „intensivem sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf“ durch das zeitweise oder längere Ruhen der Schulpflicht keine fachgerechte Förderung erfahren. Von Thüringen sind bisher erfreulicher Weise keine vermehrten Fälle bekannt. Oder ?

Hinweise, dass immer wieder ausschließlich Assistenzkräfte diese Schülerklientel im ganzen Schultag betreuen, ist eine Gefahr, die es zu vermeiden gilt. Der Bildungsanspruch auch dieser besonderen Schülerschaft muss von geeigneten Fachkräften verantwortet werden.

Von Interesse dürfte auch die Thematik des „historischen Forums“ auf dem Sonderpädagogischen Kongress 2016 in Weimar sein, das sich mit der Auseinandersetzung um die Rolle der Sonderpädagogik im dritten Reich befasste.

Bisher gibt es kaum Erkenntnisse, wie in Thüringen das „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ und die „Euthanasie-Aktion“ für Menschen mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung angewandt wurden und ob Sonderschul- lehrer dabei tätig waren. Jüngst wurden erst im Erfurter Gesundheitsamt Akten dazu gefunden, die in einem zugemauerten Raum lagen.

Hubert Nekola
Referent Förderschwerpunkt
Geistige Entwicklung

Rückblick auf das vds-Landesreferententreffen Hören 2016

Das Treffen der Landesreferenten Hören fand vom 10. – 12. März 2016 in Schleswig im Landesförderzentrum für Hörgeschädigte, Georg-Wilhelm-Pfingsten Schule statt. Die Referenten wurden vom Leiter der Einrichtung, Ingo Degener, herzlich begrüßt. Seine Ausführungen über die Historie und derzeitige Situation der Schule waren für alle sehr interessant.

Frau Renate Breduhn, Leiterin der Abteilung für Integrative Beschulung hörgeschädigter Kinder und Jugendlicher in Schleswig Holstein erläuterte anschaulich die Chancen und Herausforderungen der Arbeit im integrativen/ Inklusiven Bereich. Hier werden alle Kinder von Schleswig aus durch Hörgeschädigtenpädagogen betreut. Das Landeszentrum sichert gleichzeitig durch ein umfassendes Kursangebot die intensive Fort- und Weiterbildung der Lehrkräfte an den Allgemeinen Schulen.

Ein Bericht von Inhalten der HV folgte. Susanne Römer wurde als Bundesreferentin Hören wieder gewählt und Frank Brodehl als Stellvertreter neu gewählt.

Die inhaltliche Arbeit am Positionspapier zum Förderschwerpunkt Hören kam zu dem Ergebnis, das es nun dem Bundesvorstand zur Veröffentlichung vorgestellt werden kann.

Gesprächsthema war anschließend, wie die kleinen Fachrichtungen wie Hören und Sehen noch mehr von der politischen Arbeit des Vds profitieren könnten und welche Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit anderen Fachverbänden BDH- Bundesverband der Hörgeschädigtenpädagogen und DG – Deutsch Gesellschaft der Hörgeschädigten) zu verwirklichen wären.

Zu diesen Fragen gab es eine gute Gelegenheit mit Frau Angela Ehlers, der Bundesvorsitzenden des VdS, am Samstag zu diskutieren.

Die Berichte aus den Ländern waren wie immer sehr interessant und zeigten viele Facetten der derzeitigen Entwicklungen in den Bildungslandschaften der Länder.

Diese reichen von gelingender Kooperation, bewusster individualisierter Unterstützung Hörgeschädigter im GU bis zu extrem problematischer personeller und Situationen. Das sich verändernde Profil des Berufes der Hörgeschädigtenpädagogen hin zum Berater, Begleiter von Lernprozessen außerhalb der Förderschule, mehrfachbehinderte und auffällige hörgeschädigte Kinder in den Förderschulen sowie der wachsende Anspruch an Kommunikationsunterstützung in inklusiven Settings waren ebenfalls Thema intensiver Gespräche.

Das veranlasst die Gruppe, einen genaueren Blick auf die Situation in Aus- und Weiterbildung in den Ländern zu werfen, um als Verband auf diesem Gebiet wirksam werden zu können.
Die herzliche Aufnahme am Landesbildungszentrum mit dem landschaftlichen und kulinarischen Charme Schleswigs wurde von uns sehr genossen. Gekrönt wurde das inhaltlich anspruchsvolle Programm von einem Besuch des Schlosses Gottdorf mit einer persönlichen Führung durch Harm Paulsen.

Das nächste Treffen ist für 2017 in Bremen geplant.

Angela Kühmel
Landesreferentin
Gotha, 27.08.2016

Rückblick auf das vds-Landesreferententreffen Sprache 2016

Für den Förderschwerpunkt Sprache ist die konsequente Umsetzung der Inklusion schwierig zu gestalten. Häufig werden die Kinder erst sehr spät erreicht und von anderen Auffälligkeiten überschattet.

Damit eine inklusive Beschulung zu positiven Entwicklungen führt, sind gewisse
Rahmenbedingungen unerlässlich. Bei allen Maßnahmen, die Kinder mit Behinderungen betreffen, ist das Wohl des Kindes ein Gesichtspunkt, der vorrangig zu berücksichtigen ist. Insofern können die besonderen Bedürfnisse von Schülern mit Sprachstörungen nur dann ausreichend berücksichtigt werden, wenn die Qualität der sprachspezifischen Förderung an dem jeweiligen Lern- bzw. Förderort existiert.

Das Referat Sprache hat sich auch während der Referententagung vom 14.04.2016- 16.04.2016 in Hamburg intensiv mit den Standards Förderschwerpunkt Sprache beschäftigt.
Da Sprache ein zentrales Medium des Lernens und eine Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ermöglicht, sollten frühzeitig sonderpädagogische Förderangebote ermöglicht werden. Formalsprachliche und kommunikative Fähigkeiten stellen Schlüsselqualifikationen dar und tragen maßgeblich zu einem erfolgreichen Bildungsverlauf bei.
Dem Förderschwerpunkt Sprache kommt dabei die Aufgabe zu, den Entwicklungsbereich der Sprache, des Sprechens, des sprachlichen und kommunikativen Handels durch sonderpädagogische Beratungs- und Unterstütungsangebote zu entsprechen.
Die Referenten setzen sich für eine individualisierte Diagnostik beginnend im vorschulischen Bereich ein.

Ein weiterer Arbeitsschwerpunk war der fachliche Austausch über den Nachteilsausgleich. Bei Schülerinnen und Schülern mit dem Förderschwerpunkt Sprache erfolgt ein Nachteilsausgleich durch den Abbau möglicher sprachlicher Barrieren und eine Veränderung der äußeren Bedingungen der Leistungserbringung. Ohne die fachlichen Anforderungen geringer zu bemessen, ist bei allen Leistungsanforderungen auf die spezifische Beeinträchtigung der Schülerinnen und Schüler angemessen Rücksicht zu nehmen.

Die nächste Referententagung findet im Mai 2017 mit dem Arbeitsschwerpunkt „Mehrsprachigkeit“ statt.

Monika Drehmann
Landesreferentin

Rückblick auf das vds-Landesreferententreffen Förderschwerpunkt Lernen 2016

Vom 02.06. bis 04.06.2016 fand das jährliche Treffen der Landesre-
ferenten/innen für den Förderschwerpunkt Lernen im LIS (Landesinstitut für Schule) in Bremen statt.

Ein zentrales Anliegen der Arbeitstagung unter der Leitung von Bundesreferent Prof. Dr. Stephan Ellinger, Universität Würzburg, war der vergleichende Blick in die Ent-wicklungen der einzelnen Bundesländer hinsichtlich der Diagnostik, Förderung und Beschulungsmöglichkeiten/-ressourcen von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Lernen. Frau Christiane Einhellinger stellte hierzu erste For-schungsergebnisse ihres Dissertationsprojektes zur (De)Kategorisierung vor.

Am zweiten Arbeitstag fanden Hospitationen an der „Grundschule am Buntentorsteinweg“, Träger des Schulpreises 2015, und der „Roland zu Bremen Oberschule“ statt. Hier bekamen die Landesreferenten/innen Einblicke in die Umsetzung des Gemeinsamen Unterrichtes in verschiedenen Klassenstufen. Im Anschluss wurden die Eindrücke und Beobachtungen unter der Leitung von Achim Kaschub, Zentrum für unterstützende Pädagogik und Landesreferent Förder-schwerpunkt Lernen des vds-Landesverbandes Bremen, ausgetauscht und kritisch diskutiert.

Der letzte Tag diente dazu, die Standards der sonderpädagogischen Förderung für Förderschwerpunkt Lernen zu aktualisieren und ggf. zu erweitern.
Rückblick auf das vds-Landesreferententreffen Förderschwerpunkt Lernen 2016

Dr. Heike Rosenberger
Landesreferentin

Rückblick auf das vds-Landesreferententreffen für berufliche Bildung 2016

Vom 19.05. bis 21.05.2016 fand das jährliche Treffen der Landesrefenten und
Landesreferentinnen für berufliche Bildung im Verband Sonderpädagogik in Bayern (BA in Nürnberg und am SPZ in Neumarkt i.d. Oberpfalz) statt.

Innerhalb der drei Tage standen insbesondere länderspezifische Entwicklungen und Erfahrungen bezüglich der Umsetzung des Gemeinsamen Unterrichts und der Gestaltung des Überganges Schule – Beruf für Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Mittelpunkt.

Am ersten Arbeitstag stellte Herr Jens Nitschke, Fachbereichsleiter/ Produktent-wicklung Rehabilitation im Geschäftsbereich Rehabilitation und Prävention der Bundesagentur für Arbeit, in einem Impulsreferat aktuell geplante und neu installierte Maßnahmen der Agentur im Reha-Bereich vor. In einer anschließenden Diskussions-runde wurden u.a. Fragen zur Aktualität der Rahmenvereinbarung über die Zusam-menarbeit von Schule und Berufsberatung zwischen der KMK und der BA von 2004, zum Bundesarbeitsmarktprogramm „Initiative Inklusion“, zum Entwurf des Bundesteil-habegesetzes und zu Überlegungen bezüglich der Qualifizierungsbausteine diskutiert.

Vom 20. – 21.05.2016 wurde im Sonderpädagogischen Zentrum Neumarkt, einem FÖZ für Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Lernen, emotional soziale Entwicklung und Sprache, ein reger Informationsaustausch zwischen den Referenten_innen der einzelnen Bundesländer geführt und anschließend in drei Arbeitsgruppen intensiv gearbeitet. Unter dem Blickwinkel der Umsetzung des Gemeinsamen Unterrichts und der Integration in Ausbildung und Beruf fand eine kritische Überarbeitung der Qualitätsstandards für den Übergang Schule – Beruf für junge Menschen mit sonderpädagogischem Förderbedarf statt. Des Weiteren wurden Anträge der letzten Hauptversammlungen aktualisiert und Vorschläge für die Weiterentwicklung der bestehenden Rahmenvereinbarung über die Zusammenarbeit von Schule und Berufsberatung zwischen der KMK und der BA (2004) erarbeitet.

Am Samstag wurde Gerd Kossow, langjähriger Bundesvorsitzender des Referats Berufliche Bildung, gebührend verabschiedet. Mit großem Engagement und hoher Fachlichkeit hat er das Referat 12 Jahre im vds geleitet.
Rückblick auf das vds-Landesreferententreffen für berufliche Bildung

Dr. Heike Rosenberger
komm. Landesreferentin

Rückblick auf das vds-Landesreferententreffen Förderschwerpunkt Pädagogik bei Krankheit 2016

Vom 27.-29.04.2016 trafen sich die Landesreferenten zum Förderschwerpunkt Pädagogik bei Krankheit in der Bildungs- und Begegnungsstätte „ Am Luisenpark“ in Erfurt.

Aus 8 Bundesländern waren die Referenten angereist.
Großen Raum nahmen die Berichte aus den Ländern ein. Wieder einmal wurde festgestellt, dass die Organisationsstrukturen in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich, manchmal auch in nur sehr unzureichendem Maße vorhanden sind.
In einigen Bundesländern gibt es staatliche Schulen für Kranke, in anderen, wie auch in Thüringen, ist lediglich Unterricht im Krankheitsfall in den drei Hauptfächern gesetzlich verankert.
Unterschiede gibt es weiterhin z.B. bei der Stellenberechnung ( Lehrer- Schüler- Schlüssel), der Gruppenstärke, den Arbeitszeiten ( Präsenzzeit vs. LWS ) verbunden mit der Frage, ob der Lehrer mit allen LWS in der Klinik arbeitet oder weitere Verpflichtungen- z.B. in der Stammschule- hat.

Einig waren sich alle Referenten darüber, dass die Schule für Kranke sich im Umbruch befindet. Sie muss sich auf verschiedene Veränderungen einstellen:

  1. immer kürzere Liegezeiten – d.h. die Schüler sind häufiger längere Zeit zu Hause – wachsende Bedeutung des ambulanten Hausunterrichts
  2. Anstieg des prozentualen Anteils kranker Schüler
    (16 % der Kinder und Jugendlichen haben ein andauerndes chronisches
    Gesundheitsproblem, bei 20% treten psychische Auffälligkeiten auf (vgl. KiGGS-
    Studie)) – wachsender Inklusionsbedarf und Schullaufbahnberatungsbedarf
  3. wachsender Bedarf an prä- und poststationärer Beschulung in der Kinder- und
    Jugendpsychiatrie ( lange Wartelisten, Schwierigkeiten, nach dem Aufenthalt eine Regelschule zu finden)

Bei dem Treffen waren außerdem je eine Vertreterin von SchuPs ( Arbeitskreis Schule und Psychiatrie) und HOPE (Vereinigung der Krankenpädagogen in Europa) anwesend.

SchuPs will sich zunehmend auch Themen aus der Somatik öffnen und Kollegen aus diesem Bereich einbeziehen.

Die aktuellen Themen der HOPE – Tagung in Wien vom 10.-13.05.2016 werden sein: Krankheit, Migration, Mehrsprachigkeit.
In diesem Zusammenhang wird es einen Antrag auf Erweiterung des ersten Satzes der Charta geben:

„Jedes kranke Kind und jeder Jugendliche hat das Recht auf Unterricht im Krankenhaus
oder zu Hause.“ ( HOPE – Charter)*
„unabhängig davon, woher sie kommen“ (Erweiterung)

Abgerundet wurde das Treffen durch einen Besuch der Teilnehmer im Klinikunterricht im HELIOS-Klinikum Erfurt und einem einstündigen Gespräch und Erfahrungsaustausch mit der Oberärztin der Kinder- und Jugendpsychiatrie.

*Quelle: http://www.hospitalteachers.eu/who/hope-charter/hope-charter_ge

Rückblick auf das vds- Landesreferententreffen

Cathrin Teubert
Kommissarische Landesreferentin Pädagogik bei Krankheit
Thüringen

Bundeshauptversammlung 2015 in Berlin

„Sonderpädagogik – In der Mitte der Gesellschaft“

Unter diesem Motto stand die 47. Bundeshauptversammlung (HV) des vds. Vom 19. bis 21. November 2015 trafen sich 129 Delegierte der Landesverbände in Berlin, um über die zukünftige Ausrichtung der Arbeit des Verbandes zu beraten und diese zu beschließen.

Hauptversammlung

Der Landesverband Thü-ringen wurde von Hubert Nekola, Katrin Behrens, Gisela Langer, Marion Woelk und Dr. Martin Degner (siehe Bild v.l.) vertreten. Dr. Heike Rosenberger und Gudrun Trinks komplettierten als Gastdelegierte die Gruppe.

Den Auftakt der Eröffnung machte die Theatergruppe „Licht und Schatten“, die die Anwesenden auf beeindruckende Weise auf die HV einstimmte. Im Festvortrag „Sonderpädagogik in der Mitte der Gesellschaft – Schülerschaft am Rande der Gesellschaft?!“ widmete sich Prof. Dr. Stephan Ellinger von der UNI Würzburg im Be-sonderen den Schülerinnen und Schülern mit Lernbeeinträchtigungen; sprach über den Umbau von Schulen zu inklusivem Bildungssystemen und stellte aktuelle Forschungsergebnisse vor.
Die Länderberichte waren wieder im Heft 10/2015 der ZfH abgedruckt und standen somit allen Delegierten im Vorfeld zur Verfügung. Zum Thüringer Bericht wurden keine Nachfragen gestellt.
Die Delegiertenmappe enthielt 36 Anträge, die vom Bundesvorstand und den Landesverbänden – in enger Zusammenarbeit mit den Bundes- und Landesreferenten – den Delegierten zur Bearbeitung vorlagen.
Konstruktive und weitreichende Diskussionen fanden unter der Schwerpunktset-zung Verbandsangelegenheiten, Sonderpädagogische Förderung, Soziale und beruflich Eingliederung sowie Aus-, Fort- und Weiterbildung statt. Die durch die Delegierten der Bundeshauptversammlung 2013 in Rostock ins Leben gerufene Arbeitsgruppe „Inklusive Bildung“ hat ihre Arbeit beendet und ein Fazit ihrer Arbeit vorgestellt. Das Ergebnis der Unterarbeitsgruppe war Grundlage eines Antrages zur Satzungsänderung, der durch die Delegierten angenommen wurde. Einige Beschlüsse wurden zur weiteren Bearbeitung an den Bundesausschuss überwiesen.
Auch zur Hauptversammlung in Berlin standen wieder Wahlen an.
Nach acht Jahren als Bundesvorsitzender stellte sich Stephan Prändl nicht noch einmal zur Wiederwahl. Auch der bisherige Bundesgeschäftsführer, Roger Schreiber, schied nach acht Jahren aus seinem Amt.
Beide wurden für ihre – im Ehrenamt geleistete – Arbeit, die sie mit einem sehr ho-hen fachlichen und persönlichen Engagement ausgefüllt haben, herzlich bedankt und unter viel Applaus verabschiedet.

Als Nachfolgerin in das Amt der Bundesvorsitzenden wurde mit großer Mehrheit Dr. Angela Ehlers gewählt. Mit Dr. Angela Ehlers steht erstmals in der 117-jährigen Ge-schichte des Verbandes eine Frau an der Spitze. Die bisherige Bundespressereferentin Marianne Schardt wurde als Bundesgeschäftsführerin gewählt. Auch in diesem Verbandsamt ist sie die erste Frau. Wir gratulieren ihnen und allen Neu- und Wiedergewählten und wünschen ihnen alles Gute.

Ein herzliches Dankeschön gilt dem Landesverband Berlin als Gastgeber.

Die Ausrichtung der 48. Bundeshauptversammlung wurde nach Thüringen vergeben. Sie wird vom 16. bis 18. November 2017 im Hotel Raddison Blue in Erfurt stattfinden.

Gisela Langer

Salzmann-Preis 2015 für Hubert Nekola

Salzmannpreis 1Am 23. November 2015 wurde unser Gründungsmitglied, der 2. Vorsitzende des LV Thüringen e.V. der Jahre 1990 bis 2014 und Landesreferent für den Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung, Hubert Nekola, als einer von 10 Preisträgern durch die Ministerin für Bildung, Jugend und Sport, Frau Dr. Birgit Klaubert, in der Thüringer Staatskanzlei in Erfurt mit dem Salzmann-Preis des Jahres 2015 ausgezeichnet.

Salzmannpreis 2Die unabhängige Jury ist damit dem Vorschlag unseres Verbandes gefolgt. Das macht uns sehr stolz. In der Laudatio betonte Frau Ministerin unter anderem. „Er beteiligte sich seit 1990 an der Umwandlung der rehabilitations-pädagogischen Fördereinrichtungen in Schulen für geistig Behinderte, wodurch die Kinder und Jugendlichen, die in der DDR als nicht schulbildungsfähig galten, die Schule besuchen und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.“ (Quelle: Homepage TMBJS unter Bildung/Informationen)

Salzmannpreis 3Der Preis wird seit 2012 an Persönlichkeiten vergeben, die sich im Bildungsbereich besonders verdient gemacht haben und ist der Nachfolger des Meister-Eckhart-Briefes.

Rückblick auf das vds-Landesreferententreffen Förderschwerpunkt Lernen 2015

Vom 24.- 26.09.2015 trafen sich die Landesreferenten im Förderschwerpunkt Lernen im Studienseminar Hannover zu einem gemeinsamen Arbeitstreffen.

Schwerpunkt-setzungen waren neben der Darstellung des Forschungsprojektes von Christine Einhellinger, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Würzburg, insbesondere der fachliche Austausch über den Stand der Entwicklungen in den einzelnen Bundesländern.

Fragen wie: Wer ist eigentlich der Personenkreis im Förderschwerpunkt Lernen, Wie unterscheidet sich die Herangehensweise an die Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs im Lernen?, Welche länderspezifischen Besonderheiten lassen sich bei der Festlegung bzw. Wahl des Förderortes erkennen und woran liegen diese z.T. sehr unterschiedlichen Vorgehensweisen? wurden von den elf Teilnehmern unter der Moderation von Prof. Dr. Stephan Ellinger an den ersten beiden Arbeitstagen sehr rege diskutiert.

Mit Blick auf die Frage nach der Professionalität im Förderschwerpunkt Lernen stellte Frau Einhellinger anschließend einen kurzen Abriss der Geschichte der Sonderpädagogik bis zu den gegenwärtigen Tendenzen und Herausforderungen an das (Sonder)Schulsystem dar. Auf Grund des intensiven Austausches zwischen den Vertretern der einzelnen Bundesländern kam am letzten Arbeitstag leider der Input von Prof. Dr. Ellinger zu den Ergebnissen einer Umfrage unter Lehramtskandidatinnen und –kandidaten: Wie sind besonders gute Lehrerinnen und Lehrer? zu kurz.

Fotos L-Referat